50 Jahre WKS – Teil 2: Die Kombinatsbetriebe

Im Jahre der Gründung hatte der VEB Werkzeugkombinat Schmalkalden 15 Kombinatsbetriebe. Diese Zahl erhöhte sich 1974/75 durch Zuordnung vieler kleiner VEB, die 1972 durch Verstaatlichung von Produktionsgenossenschaften des Handwerks und weiterer Privatbetriebe auf 26. Die meisten dieser kleinen VEB wurden 1976 dem Stammbetrieb und anderen Kombinatsbetrieben zugeordnet.

1978 wurden das Forschungszentrum der Werkzeugindustrie und der zentrale Rationalisierungsbetrieb Schmölln verselbständigt. 1980 kamen der VEB Handwerkzeuge Steinbach-Hallenberg und der VEB Werkzeugschmiede Großschönau hinzu. 1988 wurde der VEB NILES Preßluftwerkzeuge Berlin an den VEB Werkzeugmaschinenkombinat „7.Oktober“ Berlin abgegeben. Die Abbildung zeigt die Struktur des Kombinates und die räumliche Verteilung über das Gebiet der ehemaligen DDR.

  • Der Stammbetrieb (4600 Arbeiter und Angestellte, 7 Werke in Schmalkalden, Steinbach-Hallenberg, Asbach, Bermbach und Oberschönau). Hergestellt wurden ca.17800 Standard- und Sonderwerkzeuge u.a. in folgenden Positionen: Handwerkzeuge, spanende Blankwerkzeuge, Basishalter, Maschinenmesser für die Bearbeitung von Metallen, Holz und anderen Werkstoffen, Bergbauwerkzeuge, Steinbohrer und sonstige Erzeugnisse.
  • Der VEB Hartmetallwerk Immelborn (1.400 Beschäftigte, Betreibsteile in Immelborn, Schmalkalden und Unterbreizbach) stellte u. a. her: Wendeschneidplatten-Drehwerkzeuge, Sinterhartmetall, Sintermagnete, Umformwerkzeuge aus Hartmetall, Holzbohrer.
  • Der VEB Werkzeugfabrik Königsee (1840 Beschäftigte, 8 Werke in Königsee und Sitzendorf) produzierte u. a. Spiralbohrer, Senker, Reibahlen, Sägeblätter, Werkzeuginstandhaltungsmaschinen.
  • Der VEB Spezialwerkzeugfabrik Zella-Mehlis (340 Arbeiter und Angestellte) produzierte Spannzeuge, Räumwerkzeuge und Verzahnungswerkzeuge, Scheinwerfereinstellgeräte für Kraftfahrzeuge.
  • Der VEB August-Bebel-Werk Zella-Mehlis (330 Beschäftigte) stellte u.a. her; Bohrfutter und Gewindebohrfutter, mitlaufende Zentrierspitzen und Stirnseitenmitnehmer.
  • Der VEB Metallverarbeitung Brotterode (220 Arbeiter und Angestellte, 5 Produktionsabschnitte in Brotterode) produzierte Spannschlösser, Drahtseilzubehör, Baubeschläge.
  • Der VEB Präzisionswerkzeugfabrik Schmölln (610 Beschäftigte) produzierte spanende Blankwerkzeuge, (speziell Fräswerkzeuge für die Metallbearbeitung), Segmentsägeblätter, Bohrausrüstungen für den Bergbau.
  • Der VEB Elektrowerkzeuge Sebnitz (600 Arbeiter und Angestellte, 2 Betriebsteile in Sebnitz und 4 kleine Betriebsteile in Dresden) stellte Handbohrmaschinen vorwiegend für Heimwerker und Handwerker sowie Schrauber für die Industrie her.
  • Der VEB Werkzeugfabrik Radebeul (370 Mitarbeiter, Hauptwerk in Radebeul, 2 Betriebsteile in Dresden produzierte Schraubenschlüssel, Steckschlüssel, Gartenscheren, Seilschlösser und verschiedene Sortimente der Metallverarbeitung.
  • Der VEB Feilenfabrik Sangerhausen (220 Beschäftigte, 2 Betriebsteile in Sangerhausen, 4 in Dresden und ein Betriebsteil in Freital) stellte umfangreiche Feilensortimente für Hand und Maschine her.
  • Der VEB Werkzeugfabrik Altenburg (640 Mitarbeiter, je ein Betriebsteil in Altenburg, Grüna, Dresden und Berbisdorf) produzierte Gewindewerkzeuge, verschiedene Schaftfräser und Werkzeugaufnahmen.
  • Der VEB Vereinigte Werkzeugfabriken Geringswalde (400 Arbeiter und Angestellte) stellte Maschinenwerkzeuge für die Holzbearbeitung, Sägeketten, Rundmesser, Dreh- und Fräsdorne sowie Fräsdornringe her.
  • Der VEB Handwerkzeuge Steinbach-Hallenberg (820 Mitarbeiter, Hauptwerk in Altersbach, 7 Betriebsteile in der Region Schmalkalden/Steinbach-Hallenberg mit jeweils bis zu 6 Produktionsstätten) produzierte Handwerkzeuge in großer Sortimentsbreite, spanende Blankwerkzeuge und Laborgeräte .
  • Der VEB Werkzeugschmiede Großschönau (180 Beschäftigte, Hauptwerk in Großschönau, 3 Betriebsteile in Hainewalde) stellte Äxte und Beile, Spirituskocher, Siebe und diverse Dichtungen her.

Zu den angeführten Produktionsbetrieben kamen noch

  • das Forschungszentrum der Werkzeugindustrie Schmalkalden mit einer Außenstelle in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) und der
  • VEB Rationalisierung der Werkzeugindustrie in Schmölln mit dem Direktionsbereich Wissenschaft in Gera.

Laut Statut des Werkzeugkombinates vom 01.04.1974 waren die Betriebsdirektoren und ihre Fachdirektoren gemäß § 7.3 eigenverantwortlich für die Erfüllung der Aufgaben und für die Wirtschaftstätigkeit der von ihnen geleiteten Kombinatsbetriebe und dem Generaldirektor rechenschaftspflichtig.