50 Jahre WKS – Teil 1: Gründung und Entwicklung

In diesem Jahr (2020) jährt sich die Gründung des VEB Werkzeugkombinat Schmalkalden (WKS) zum 50. Mal. Das WKS war von 1969 bis 1990 das strukturbestimmende Unternehmen in der Region und der größte Arbeitgeber. Allein der Stammbetrieb Schmalkalden beschäftigte ca.4500 Arbeitnehmer. Trotz ungünstiger Rahmenbedingungen vollbrachten die Arbeiter und Angestellten im Kombinat große Leistungen in der Erzeugnis- und Verfahrensentwicklung sowie in der Produktion.

Aus Anlass dieses Jubiläums veröffentlichte die Schmalkader Heimatzeitung „Freies Wort“ ab Januar 2020 in loser Folge eine Reihe von Beiträgen über das WKS, so z. B. Gründung und Entwicklung des WKS, die Kombinatsbetriebe und deren Produktionsprogramm, die Organisation der Forschung und Entwicklung, die Rolle der Formgestaltung in der Erzeugnisentwicklung, ausgewählte Ergebnisse der Erzeugnis- und Verfahrensentwicklung, wesentliche Investitionsvorhaben im Stammbetrieb, Auszeichnungen zur Leipziger Messe (Goldmedaillen und Gutes Design), die Schutzrechts – und Warenzeichenpolitik, nationale und internationale Kooperation(z. B. Lizenzvergaben, Planung und Realisierung von Werkzeugfabriken im Ausland), Auflösung des WKS 1990 und Nachfolgebetriebe des Stammbetriebes.

Die Serie beginnt mit der Gründung und Entwicklung des WKS. Ende der 60er Jahre kam es in der DDR zu einer verstärkten Kombinatsbildung in allen Industriezweigen. Eine Vollversammlung der Erzeugnisgruppe Werkzeuge (ein loser Zusammenschluss von werkzeugherstellenden Betrieben aller Eigentumsformen) regte bereits 1967 die Bildung eines Werkzeugkombinates an und beauftragte eine Arbeitsgruppe mit der Ausarbeitung eines Kombinatsmodelles. So kam es 1968 zu einem ersten Zusammenschluss von vier handwerkzeugherstellenden Betrieben zum VEB Kombinat Werkzeuge Schmalkalden. Die Gründungsversammlung diese „kleinen“ Kombinates fand am 29.11.1968 im Speisesaal des PB 1 des VEB Werkzeug- und Besteckfabriken Schmalkalden (Webefa) statt.

Gründungsversammlung des WKS

Dieses „kleine“ Kombinat umfaßte die Betriebe

  • VEB Webefa Schmalkalden
  • VEB Werkzeugunion Steinbach-Hallenberg
  • VEB Werkzeugfabrik Radebeul und
  • VEB Feilenfabrik Sangerhausen

rnit insgesamt ca.3600 Mitarbeitern.

In Auswertung der 9. Tagung des Zentralkomitees der SED fand am 13. Und 14. Februar 1969 eine Industriezweigkonferenz in Oelsnitz statt, wo die Bildung von 4 Kombinaten im Maschinenbau in direkter Unterstellung unter das Ministerium für Werkzeug- und Verarbeitungsmaschinenbau, darunter das erweiterte Werkzeugkombinat, beschlossen wurde Dem bereits bestehenden Werkzeugkombinat wurden weitere Betriebe aus verschiedenen Vereinigungen Volkseigener Betriebe zugeordnet.

 Die Gründungsversammlung dieses VEB WMW Werkzeugkombinat Schmalkalden fand vor 50 Jahren am 27.08.1969 in der Konsumgaststätte „Stadt Schmalkalden“ statt. Zum Werkzeugkombinat gehörten bei Gründung 15 Kombinatsbetrieb aus allen Bezirken der DDR an. Zu einer Vergrößerung kam es 1974/1975 durch die Zuordnung weiterer volkseigener Betriebe, die 1972 durch Verstaatlichung von Produktionsgenossenschaften des Handwerks, halbstaatlicher und privater Betriebe entstanden waren.

1989 umfasste das WKS 15 Kombinatsbetriebe, das Forschungszentrum der Werkzeugindustrie und den zentralen Rationalisierungsmittelbau in Schmölln. Es wurden etwa 6.000 verschiedene Erzeugnisse in ca. 50.0000 unterschiedlichen Abmessungen hergestellt. Die gesamte Warenproduktion lag bei 1.540 Mio. Mark, die Zahl der Beschäftigten bei ca.14.000.

Im Rahmen des sogenannte „Einheitssystem Werkzeugmaschinen“ war das Kombinat bei seiner Gründung für folgendes Produktionsprogramm verantwortlich:

  • Werkzeugsysteme,
  • Werkstücklage- und -sicherungssysteme,
  • Hartmetall,
  • Handwerkzeuge und
  • Pneumatische und elektrische Werkzeugantriebe.

Für die Produktion von Werkstückspanneinrichtungen (Vorrichtungen) wurde 1970 bis 1975 ein umfassendes Investitionsvorhaben im Stammbetrieb Schmalkalden im Umfang von ca.210 Mio. Mark realisiert, obwohl bereits Ende 1972 auf Grundlage eines Politbürobeschlusses die Produktion von Werkstückspanneinrichtungen zugunsten von Maschinenwerkzeugen im WKS eingestellt wurde.

Bild 2 zeigt eine Ansicht des Stammbetriebes aus dem Jahre 1974 nach Fertigstellung des größten Teiles der Investition (Kompaktbau für die Produktion, Heizwerk und Betriebsgaststätte).